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Renaissance bis 19. Jahrhundert
John McCabe

Nach über tausend Jahren römischer Herrschaft wurde das oströmische Reich Byzanz (1453 n. Chr.) und Griechenland (ca. 1420-60 n. Chr.) von den Türken erobert. Dies veranlasste viele byzantinische Gelehrte nach Italien auszuwandern. Mit sich brachten sie das Wissen des römischen und griechischen Altertums, welches zu einer Wiedergeburt der Antike in Italien führte (italienische Renaissance).
Die Philosophen und Dichter der Antike prägten zunehmend die Kunst, Architektur, Literatur und Lebensauffassung der derzeitigen aristokratischen Schicht Italiens - ein Trend, der sich Hand in Hand mit der Reformation und dem Humanismus wie ein Lauffeuer auch in anderen westeuropäischen Ländern durchsetzte.

Dieser mächtige Einfluss der Antike brachte natürlich auch die Kunde von den Austern einher. Austern waren sowohl in der griechischen wie auch der römischen Geschichte und Mythologie fest verankert und prägten folglich ebenfalls die Lebensart dieser neuen Epoche. Ihr antiker Ruf als kulinarischer Luxus wie auch ihr hoher Status als Aphrodisiakum blühte in der Renaissance wieder voll auf. Obwohl der Anbruch der Renaissance als eine der kostbarsten geschichtlichen Phänomene für die freie Entfesselung des menschlichen Geistes gilt (Kunst, Reformation, Humanismus), besiegelte er jedoch zugleich für die Austern den Anfang vom Ende ihres natürlichen Vorkommens in europäischen Gewässern.

Insbesondere unter den Aristokraten und wohlhabenden Zeitgenossen war die Begierde nach Austern zwischen dem 15. und 19. Jahrhundert überaus groß. Die Auster wurde endgültig als "Königin der Meere" gekürt.

Abb.: "Le déjeuner d'huîtres" (Austern-Mittagessen), 1735 von
Jean-François de Troy (1679-1752) Museum: Musée Condé De Chantilly. Aristokraten genießen die "Königin der Meere" mit dem "König der Weine" - dem Champagner.

Der augenscheinliche Ehrentitel war jedoch gleichzeitig ein Fluch. Diese "Austernepoche" endete abrupt, als die Austernbestände in Europa und Amerika unmittelbar vor der endgültigen Vernichtung standen. Erst jetzt wurde der Kultivierung ernsthafte Beachtung geschenkt. Obwohl es bereits in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts in England und Frankreich (bestenfalls halbherzige) Ansätze zum Schutz der Auster in Frankreich gab, wurde erst im Jahre 1859 von dem - sich 1852 selbst zum französischen "Kaiser" ernennenden - Austernliebhaber Napoleon III. (Charles-Louis-Napoléon Bonaparte; 1808-1873) offizielle Austernkultivierungsparks eingeführt. Ein Erlass, der sich nicht nur für das Fortbestehen der Auster, sondern letztlich auch für ihn im englischen Exil auszahlten sollte, da er auch dort noch Unmengen seiner verehrten Austern genießen konnte. Zeitgleich gab es auch in der Neuen Welt - Amerika - erste Ansätze der Kultivierung.

Gerade das 19. Jahrhundert ist hinsichtlich der Austern historisch von höchster Bedeutung, da in keinem anderen Jahrhundert zuvor derartige Quantitäten an Austern verzehrt worden waren. Zeitweilig wird dieses Jahrhundert auch als das "Goldene Zeitalter der Auster" bezeichnet. Insbesondere die zweite Hälfte dieses Jahrhunderts bzw. die "Belle Epoque" ist einschlägig.


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Die Austernsammler
Die Weltexploration und neue Austernarten
Belle Epoque
Historische Anekdoten

Die Geschichte der Austernkultivierung des 20. Jahrhunderts bis heute wie auch ihre Pioniere können Sie hier einsehen: Austernkultivierung

Die amerikanische Austerngeschichte können Sie unter USA einsehen.

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