Kulinarische
Austern
Geschichte
Länder
Arten
Biologie
Kultivierung
Kauftipps
Lagerung
Öffnen
Servieren
Verkostung
Gesundheit
Rezepte

Perlaustern
Geschichte
Arten
Perlen

Andere Austern
Stachelaustern
Hammeraustern

Literatur
Lexikon

 

 

Renaissance bis 19. Jahrhundert
John McCabe

Die Renaissance sollte die Perlenwelt grundlegend verändern. Im Mittelalter stand die europäische Goldschmiedekunst noch im Zeichen der Kirche. Wie im mediävalen Oströmischen Reich waren Perlen auch in der Renaissance oft und reichhaltig im Kopfschmuck hoher Würdenträger Europas enthalten (Kronen, Diademe, Tiaras). Das Tragen des Perlschmucks war jedoch im Mittelalter und der Renaissance in mehreren europäischen Staaten gesetzlich geregelt (“Anti-Luxus-Gesetze” bzw. "Sumptuary Laws"). Nur bestimmten gesellschaftlichen Gruppen war das Tragen gestattet (Adel, kirchliche Würdenträger). Anderen Bürgern, sogar angesehenen Berufsständen wie Lehrern, Ärzten, Rechtsanwälten und ihren Gemahlinnen hingegen war es öfters absolut untersagt. Zur religiös geprägten herrschaftlichen Symbolik gesellte sich mehr und mehr das Schmucktragen aus rein weltlichen Mode- und Prestigegründen. Die prägnantesten Schmuckformen der zunehmend luxusorientierten Reichen und Schönen bestanden aus Kleiderschmuck, Ohrringen, Broschen, Armbändern, Halsbändern und Agraffen (an Hüten oder Kopftüchern).
Dieser Trend setzte sich über die folgende Barock-Zeit des 17. und 18. Jahrhunderts bis hin ins 19. Jahrhundert ungebrochen fort. Die wachsende Nachfrage änderte auch das Handwerk vieler Goldschmiede. So betrieben sie auch Handel mit "fremdem" Schmuck und wandelten sich zu so genannten "Juwelieren". Bedeutende neue Schmuckzentren sprossen bereits im 16. Jahrhundert in Italien, Frankreich und auch mehreren deutschen Städten (wie Augsburg und Nürnberg) aus dem Boden.

Da sich Perlen in Schmuckstücken besonderer Beliebtheit erfreuten, war die Nachfrage groß und wuchs stetig. Inzwischen stammten Perlen nicht mehr nur aus den Meeresgewässern des Orients, sondern auch aus Bächen und Flüssen Europas. Hier ist die große Flussperlmuschel ("Margaritifera margaritifera") beheimatet. Zwar ist diese große Süßwassermuschel nicht mit der Auster verwandt, kann jedoch ebenso bezaubernde Perlen hervorbringen. Dies war inzwischen wohl bekannt, so dass diese Muschelart rücksichtslos gefischt wurde. Ca. 500 bis 800 Flussperlmuscheln mussten durchschnittlich geopfert werden um auch nur eine einzige brauchbare Perle zu finden. Als diese Muscheln vom Aussterben bedroht waren, wurden vielerorts Gesetze erlassen, um den ungezügelten Fang auszubremsen. Dies war jedoch fruchtlos, da Armut und Hunger weit verbreitet waren. Ein Wilderer hatte keine Schwierigkeiten einen Zwischenhändler für seine Perlen zu finden. Der Großteil der hochwertigen Perlen stammte am Anfang der Renaissance jedoch nach wie vor aus dem Orient. Das oströmische Konstantinopel war über ein Jahrtausend hinweg ein bedeutender Umschlagplatz für Perlen. Seine Eroberung durch die Osmanen beendete diese erstrangige Handelsposition und förderte das Wachstum anderer Handelszentren. Insbesondere Venedig und Genua wuchsen bald zu überaus bedeutenden Handelsstädten im Mittelmeerraum und ersetzten de facto Konstantinopel. Mit der Endeckung Amerikas Ende des 15. Jahrhunderts eröffnete sich eine dritte Quelle hochwertiger Perlen. Amerika wurde im 16. und 17. Jahrhundert in Europa als "Land der Perlen" bekannt.

Die alten Römer
* Perlen im Römischen Reich
* Die letzten 250 Jahre des Reiches im Überblick
* Perlen im frühen Christentum

Oströmisches Reich
* Das Oströmisches Reich im Überblick
* Christliche Symbolik der Perlen

Renaissance bis 19. Jahrhundert
* Renaissance bis 19. Jahrhundert im Überblick
* Weltentdeckung und neue Perlenquellen
* Die Perlen der Conquista
* Die Perltaucher

20. Jahrhundert
* Die Ankunft der Zuchtperlen


zum Seitenanfang
 


Inhalte auf Austern.com sind urheberrechtlich geschützt.
Berichtigungsvorschläge werden dankend entgegengenommen. All contents Austern.com ©2004 Renew-Weltnet, 422 Porter Way, Milton, Wa. 98354
USA. Kontakt (Impressum)