Fallstudie: Chesapeake Bay
John McCabe

Die historisch berühmteste Austerngegend der Ostküste ist der Eckpfeiler in der Studie der ostamerikanischen Austernkultur: die Chesapeake Bay. Ihre Austerngeschichte lässt sich in der Essenz auf alle Küstenstaaten des amerikanischen Nordostens übertragen.

Die Chesapeake Bay ist die größte Ästuar (Trichtermündung) der Vereinigten Staaten (siehe Karte #1 und Karte #2).
Über 100.000 Flüsse und Bäche münden in sie. Die Wasserscheide der Chesapeake Bay umfasst über 103.000 km² und enthält Staatsanteile von New York, Pennsylvania, Delaware, Maryland, Virginia und West Virginia wie auch die Gesamtheit des District of Columbia. Sie ist eine Mischung aus Süß- und Salzwasser, wobei etwa die Hälfte des Süßwasservolumens aus ihrem großen Delta (50% davon vom Zufluss des mächtigen Susquehanna River) stammt. Die andere Hälfte des Wasservolumens stellt das Salzwasser des Atlantischen Ozeans. Die Küstenlinie der Chesapeake Bay ist 18.673 km lang. Bis auf wenige tiefe Gräben (bis zu 53 Meter) ist die Chesapeake Bay überraschend seicht (durchschnittlich ca. 6,40 m tief). Von der Mündung des Flusses Susquehanna im Norden bis zum Atlantischen Ozean legt das Wasser über 300 km zurück. Ungefähr 250.000 Tonnen Fisch und andere Meeresfrüchte werden jährlich aus diesem Ästuar gewonnen. Neben der Amerikanischen Auster sind weitere 172 Schalentierarten in dieser mächtigen Bucht beheimatet. Bis 1700 waren die Gewässer der Chesapeake Bay so dicht mit Austernriffen bestückt, dass sie die gewöhnliche Schifffahrt behinderten und auf den Seekarten vermerkt werden mussten. Wissenschaftler schätzen, dass die Austern anno dazumal das gesamte Wasser der Chesapeake Bay (ca. 68 Mrd. Liter) alle drei bis vier Tage komplett durchgefiltert hatten. Die angrenzenden Bundesstaaten Maryland und Virginia sind von besonderer Bedeutung. Des Öfteren wird im Zusammenhang mit dem Austernfang in der Chesapeake Bay auch der Bundesstaat North Carolina genannt, da die Nordostspitze dieses Bundesstaates in unmittelbarer Nähe zur Mündung der Chesapeake Bay liegt.

Zeitlinie

Im 16. Jahrhundert entdeckten spanische und französische Seefahrer die Chesapeake Bay.

Der Beginn des 17. Jahrhunderts war Zeuge der Geburt erster europäischer Siedlungen in Nordamerika. In diesen (anfangs friedlichen) Zeiten machten die Indianer die Siedler mit den einheimischen Austern vertraut. Sie lernten wie man Austern sammelt, räuchert und ein seetüchtiges Kanu beim Austernfang einsetzen kann. Gleichzeitig erfuhren die Siedler, wo die ergiebigsten Austernbestände zu finden waren. In der Sprache der Algonquin-Indianer war die Rede von "Chesepiook", was sich als "Große Muschelbucht" übersetzen lässt. 1608 verließ Kapitän John Smith die britische Siedlung Jamestown im Gebiet Virginia, um sich diese "große Muschelbucht" von den Indianern näher zeigen zu lassen. Es handelte sich um die heute weltberühmte "Chesapeake Bay", die ihm einen unglaublichen Reichtum an Austern und anderen Meeresfrüchten offenbarte. Wenige Jahre später war das freundschaftliche Verhältnis zwischen Siedlern und Indianern zerrüttet.

1634 gründete der Engländer Leonard Calvert zusammen mit 140 Siedlern die britische Siedlung St. Mary's City an der Chesapeake Bay im heutigen Bundesstaat Maryland. Die Siedlung wuchs rapide heran und galt bereits um 1670 als die Hauptstadt der Marylandregion (Die Hauptstadt wurde 1695 nach Annapolis verlegt).

Die britischen Siedler hatten inzwischen die so genannten "Oyster Tongs" (grob als "Austernzangen" übersetzt), ein in England bereits bewährtes Austernwerkzeug, mitgebracht. Da es sich bei diesen "Oyster Tongs" damals wie heute (in vielen Austerngebieten der Ostküste und dem Golf von Mexiko) um das wichtigste Austernwerkzeug handelt, lohnt sich ein kleiner Abstecher:

Das grundsätzliche Design dieses Werkzeugs lässt sich vereinfacht mit zwei gewöhnlichen Rechen aus unserem Garten oder der Landwirtschaft bildlich beschreiben: Die Holzstiele der beiden Rechen werden nahe der Mitte mit einem Stahlbolzen verbunden, so dass sie nun wie eine gewöhnliche Schere oder Zange funktionieren. So angeordnet greifen die Zähne der beiden Rechen ineinander. Das Ergebnis: Ganz primitive "Oyster Tongs".

Einfache "Oyster Tongs" wurden bereits im frühen 18. Jahrhundert zunehmend ausgeklügelt modifiziert, indem man die Zähne erheblich verlängerte, zuspitzte und korbartig formte. Überdies wurde die Fläche des Rechens verbreitert (auf ca. 65cm - heutzutage manchmal bis zu 1,50m). Gewöhnliche Holzstiele wurden durch kräftige Kiefernholzstangen ersetzt, deren Länge 10m und mehr betragen konnte. Als optimaler Arbeitswinkel für den Austernfang sollte sich ein Maß von 45 Grad herauskristallisieren.
Da Austernfischer oft in unterschiedlichen Wassertiefen arbeiten, wurden manche Stangen mit Vorrichtungen versehen, um die Länge des Werkzeugs entsprechend der Tiefe und dem Arbeitswinkel einstellen zu können. Zusätzlich wurde diese "Zangen" auch für den Fang anderer Muschelarten verändert. Während der Abstand zwischen den Zähnen der herkömmlichen "Austern-Zangen" bei ca. 50mm liegt, besitzen die so genannten "Quahog Tongs" ("Quahog" ist eine von mehreren Bezeichnungen der amerikanischen Venusmuschel) lediglich einen Abstand von 35mm. Das Arbeiten mit "Oyster Tongs" ist körperlich enorm anstrengend und muss sachgerecht ausgeführt werden. Im 19. Jahrhundert wurden mechanische "Oyster Tongs" erfunden und als "Patent Tongs" bekannt. Anfang des 20. Jahrhunderts wurden diese Patent Tongs mit Motoren, Mitte des 20. Jahrhunderts zusätzlich mit Hydraulik ausgestattet.
Die "Oyster Tongs" verbunden mit der (von den Indianern erlernten) Technik des Kanubaus erwiesen sich bereits früh in der amerikanischen Austerngeschichte als hervorragende Kombination für den Austernfang. Austernfischer, die mit derartigem Werkzeug arbeiten, werden noch heute als "Tonger(s)" bezeichnet. Andere Kollegen, welche Schürfnetze mit größeren Segel- oder Motorbooten über den Meeresboden ziehen (Schürfnetze bzw. "Streicheisen"), werden als "Dredger(s)" bezeichnet. Nun zurück zur Austerngeschichte der Chesapeake Bay:

Zwischen 1670 und 1690 mussten die Einwohner von St. Mary's City feststellen, dass die Austern in ihrer Fanggegend zunehmend zur Mangelware wurden. Erstmals in der Geschichte der Amerikanischen Auster gelang den Austernfischern nun der unrühmliche Beweis, dass ungezügelter Austernfang abseits jeglicher Kultivierung ernsthafte Folgen haben kann. Obwohl Zucht und allgemeine Kultivierung bereits tief in der Landwirtschaft und Viehzucht der europäischen Einwanderer verwurzelt waren, wurde dieses Wissen nicht auf die Austern angewendet.

Stattdessen verschlimmerten Sie die Lage der Austern noch indem sie mehrere Kanus miteinander verbanden, um breitere Boote mit Segeln zu schaffen. Damit gelangten sie weiter hinaus in die Chesapeake Bay und konnten größere Austernmengen aus abgelegenen und tieferen Gewässern fördern. Dieser Trend setzte sich mit verbesserten Schiffsdesigns ungebrochen bis ins frühe 20. Jahrhundert fort. Da Ende des 18. Jahrhunderts inzwischen viele einstmals reiche Austerngegenden der nördlichen Ostküste nahezu ausgerottet waren, wanderten viele Austernfischer zur Jahrhundertwende aus New Jersey, New York und Connecticut zur Chesapeake Bay. Gleichzeitig nahm der Einsatz von Schonern mit Austernschürfnetzen schnell zu. Es dürfte weder den damaligen Behörden noch den Austernfischern verborgen geblieben sein, dass der Amerikanischen Auster die Auslöschung drohte. Neben ihrem Nemesis dem Menschen mussten sich die verbliebenen Austern auch noch vielen ihrer natürlichen Feinde erwehren. Ähnlich wie die biblische Heuschreckenplage, drangen öfter unzählige Seesterne aus tiefen Gewässern in die Küstengebiete ein und genossen Unmengen der restlichen Austern.

Es wurden uneffektive Gesetze geschaffen ohne die Austernkultivierung wirklich zu fördern. Mitte des 18. Jahrhunderts war das Austernfischen in den "R-Monaten" (September bis April) in fast allen Gebieten der Ostküste untersagt. 1820 verbot der Bundesstaat Maryland das Austernsammeln mit Schürfnetzen und Streicheisen jeglicher Art. Nur der Fang mit "Oyster Tongs" war gestattet. Die ungezügelte Ausbeutung setzte sich nichtsdestotrotz ungebrochen fort. 1836 verabschiedete der Staat Maryland ein weiteres "Austerngesetz", welches Amerikanern afrikanischer Abstammung den Betrieb größerer Austernboote untersagte. Die Hälfte der Wälder um die Chesapeake Bay war zu dem Zeitpunkt bereits für Landwirtschaft, Hausbau und Feuerholz gerodet worden. Dies führte zur Bodenerosion, was wiederum eine erhebliche Verschlammung der Chesapeake Bay verursachte. Gleichzeitig wurde erstmals importiertes Düngemittel eingesetzt (Guano, Nitrate...).

1865 endete der Amerikanische Bürgerkrieg. Ein Jahr später Jahr stellten ehemalige Sklaven afrikanischer Abstammung als nunmehr freie Bürger 40% der Austernfischer in der Chesapeake Bay. Der Bundesstaat Maryland gestattete Segelschiffen wieder die Schürfmethoden beim Austernfang. Simultan wurde die Dampfkonservierung der Austern perfektioniert. Ein Verzehr der Austern sechs Monate nach dem Fang war somit noch möglich. Die Stadt Baltimore, Maryland, wurde zu einer mächtigen Handelsstadt. Ein ganzer Stadtteil diente der Verarbeitung, Konservierung, Verpackung und Verladung der Austern. Gute Bahnverbindungen sorgten für den zuverlässigen Versand in die gesamten Vereinigten Staaten. Der Stadtteil wurde als "Cannery Row" weltberühmt (und berüchtigt). Kinderarbeit war an der Tagesordnung.

Zwischen 1867 und 1868 brachen die so genannten "Oyster Wars" (Austernkriege) in der Chesapeake Bay aus. Es kam zu tödlichen Auseinandersetzungen zwischen den Austernfischern aus Maryland und Virginia. Der Staat Maryland organisierte als Folge eine Art "Austernpolizei". Die Anzahl der Austernfischer, die sich um territoriale Ansprüche nichts scherten, stieg in den nächsten 20 Jahren trotzdem rapide an. Sie waren als "Austernpiraten" berüchtigt. Manche dieser Austernpiraten holten sich zu Beginn der Austernsaison neue Arbeitsmannschaften auf ihre Schiffe. Dies waren im Großen und Ganzen arme und ungebildete Menschen. Es häuften sich Berichte, dass einige dieser Mannschaften nach einer nicht ertragsreichen Austernsaison einfach unbezahlt in die eiskalten Fluten der Chesapeake Bay über Bord geworfen wurden. Diese mörderische Machenschaft wurde als "Paid by the boom" bekannt. Übersetzt bedeutet dies "Vom Großbaum bezahlt" (ein "Boom" bzw. ein "Großbaum" ist ein großes, zu beiden Seiten schwenkbares, horizontal am Mast befestigtes Rundholz auf einem Segelschiff, welches das Großsegel nach hinten und unten spannt).

In der Austernsaison des Jahres 1880 wurden über 15 Mio. Körbe Austern an Land gebracht. Zunehmend wurden die (oben beschriebenen) "Oyster Tongs" (manchmal auch als "Shaft Tongs" bezeichnet) nun mit mechanischen "Patent Tongs" ersetzt. Wo die üblichen handbetriebenen "Oyster Tongs" an einem guten Tag 10 bis 25 Austernkörbe füllen konnten, war mit den "Patent Tongs" eine Ausbeute von 30 bis 100 Körben möglich. Inzwischen gab es bereits ein gut ausgebautes Eisenbahnnetz, was eine landesweite Auslieferung der Austern möglich machte. Auch die Dampfschifffahrt war bereits gut entwickelt. Austern aus der Chesapeake Bay wurden sogar bis nach Russland verschifft. Siehe Karten der US-Bahnverbindungen im Jahre 1850 und 1870; Quelle: Principles of Railroad Transportation, Johnson und Van Metre, 1919.

Da die Fänge immer weniger und weniger wurden und außer Verhältnis zu den Betriebskosten der großen Segelschoner standen, setzten sich um 1890 kleinere Segelschiffe durch. Diese kleinen Einmaster mit V-förmigen Kiel wurden als "Skipjacks" bezeichnet. Kleine Mannschaften aus drei bis vier Mann konnten erfolgreich kleinere Schürfnetze ziehen. Die Ausbeute des Tages wurde abends oft an so genannte "Buy Boats" (Schiffe, die den Austernfang aufkauften) geliefert.

Anfang des 20. Jahrhunderts wurden motorisierte "Patent Tongs" zum Austernfang eingesetzt. In den 30er Jahren wurden viele der klassischen Skipjacks durch motorbetriebene Boote ersetzt. Segelschiffe hatten gegenüber den Motorbooten den Vorteil, dass sie nach dem Gesetz noch Austern mit Schürfnetzen fischen durften. Als Folge wurden vielen Skipjacks nachträglich mit einem Motor aufgerüstet. Die Austernfanggebiete konnten so unabhängig von Wind und Wetter zügig erreicht werden, um dann unter Segelkraft mit Schleppnetzen nach Austern zu schürfen.

Die 40er Jahre waren vom zweiten Weltkrieg geprägt. Wehrtüchtige Männer wurden millionenfach zum Militär eingezogen. Dies beeinträchtigte auch die Mannschaften der Austernboote. Der Austernfang in der Chesapeake Bay war inzwischen ohnehin kaum profitabel, da Austern bereits zur Mangelware verkommen waren. Die einstmals mächtige Austernflotte schrumpfte auf eine kleine Anzahl Boote. Die romantisch anmutenden Segelschiffe wurden zunehmend als Touristenattraktion der idyllischen Chesapeake Bay zweckentfremdet. 1942 gab es schließlich die ersten ernsthaften Bemühungen die Austern zu kultivieren. Austernbabys, so genanntes "Spat", und kleine Austern wurden von den Austerngebieten des Ästuar in die längst austernfreien Gebiete der Bay umgesiedelt.

In den 50er Jahren schlugen gleich zwei verheerende Austernkrankheiten zu. Um 1954 wurden zahllose Austern der amerikanischen Ostküste von einer Parasitenart befallen, die als "Dermo" ("Perkinsus marinus") bezeichnet wird. Unzählige Austern fielen diesem "Bösewicht" zum Opfer. Ende der 50er Jahre folgte eine weitere Austernkrankheit namens MSX ("Haplosporidium nelsoni"). Diese beiden Austernkrankheiten erstickten nicht nur nahezu alle Kultivierungsansätze in der Chesapeake Bay im Keim, sondern vernichteten auch einen großen Teil der noch verbliebenen natürlichen Austernvorkommen. Es war ein beispielloses Desaster für die ohnehin bereits geschwächte Austernindustrie - übrigens nicht nur in der Chesapeake Bay, sondern auch in anderen Staaten der Ostküste.

Die ausgezeichnete Amerikanische Auster war mittlerweile eher eine kostspielige regionale Delikatesse der östlichen Küstenstaaten, anstatt wie ursprünglich ein in enormem Mengen gehandeltes "Massenprodukt". Die äußerst erfolgreiche Kultivierung der Pazifischen Auster ("Crassostrea gigas") an der Westküste der Vereinigten Staaten stellte mehr und mehr eine gefragte Handelsalternative dar um den Hunger nach Austern zu stillen.

In den 60er Jahren nahm sich die amerikanische Behörde "Department of Natural Resources" ernsthaft der Austern der Chesapeake Bay an. Steine, Reifen, Zement und jegliches andere Substrat wurde systematisch in der Bucht versenkt um die Basis für künstliche Riffe zu schaffen, in der Hoffnung, dass die Austern sich dort wieder ansiedeln würden. Viele Jahre lang wurde 1 Mio. US$ jährlich dafür investiert.

Die 70er Jahre verlagerten die ehrgeizige Austernzucht an West- und Ostküste ins Labor. Wissenschaftler zogen (und ziehen noch heute) alle Register, um für ideale Temperatur, hohe Wasserqualität und optimale Nahrung zu sorgen. Dadurch sollten bestmögliche Bedingungen für das Laichen erwachsener Austern geschaffen werden. Austern sind von Natur aus wahre "Laichmaschinen", so dass 350 Mio. erfolgreich befruchtete Austerneier unter Laborbedingungen für ca. 100 Mio. freischwimmende Austernlarven sorgen können. Ein Teil der Larven lässt sich auf einem Substrat namens "Cultch" nieder, um dort als winzige "Austernbabys" permanent ein Zuhause zu finden. Dort können die Austernbabys ungestört von natürlichen Feinden heranwachsen, bis ihre weiche, zarte Schale fest genug ist, um als natürliche Festung in freier Wildbahn zu dienen. Danach können sie im gewünschten Wachstumsstadium in den Küstengewässern ausgesetzt werden. Rings um die Chesapeake Bay gibt es bereits mehrere dieser Labore. Renommiert sind z.B. die Austernzuchtanlagen der "University of Maryland".

Zum Zeitpunkt dieses Berichtes (Ende 2004) kann lediglich mit 10 - 25.000 Körben (sog. "Bushels") pro Saison aus der Chesapeake Bay gerechnet werden - und das trotz der außerordentlichen Kultivierungsbemühungen der letzten 40 Jahre. Viele Meeresbiologen sind überzeugt, dass der heutige Bestand bestenfalls nur noch etwa 1% des Ursprünglichen darstellt.

Allein im Jahre 2004 flossen mehr als 4 Mio. US$ staatliche Fördergelder in die Wiederbelebung der Austernindustrie der Staaten Maryland und Virginia. Weitere 2,6 Mio. US$ wurden vom amerikanischen Kongress Ende 2004 für die Fortsetzung der Kultivierungsbemühungen im Jahre 2005 budgetiert. Mehrere staatliche Organisationen wie die "National Oceanic and Atmospheric Administration" (NOAA), gemeinnützige Interessengruppen wie ORP ("Oyster Recovery Partnership"), bundesstaatliche Einrichtungen in Maryland und Virginia, private Interessengruppen und auch teilweise noch verbliebene Austernunternehmen der Chesapeake Bay wirken tatkräftig mit. Dabei geht es nicht nur um den Schutz der Restbestände der Amerikanischen Auster, sondern auch um die Studie der meeresbiologischen Vor- und Nachteile der Einführung einer ausländischen Austernart. Dabei handelt es sich um die Chinesische Auster ("Crassostrea ariakensis"), die womöglich eine Erfolg versprechende Zukunft in der Cheaspeake Bay haben könnte. Dies ist kaum lediglich "eine normale wissenschaftliche Prüfung", sondern zweifellos das größte meeresbiologische "Austern Abenteuer" aller Zeiten.

Siehe auch: Ein chinesischer Immigrant namens Ariakensis


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**** Fallstudie: Chesapeake Bay
**** Ein chinesischer Immigrant namens Ariakensis

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